Arabella Steinbacher

"Bewunderungswürdig": Arabella Steinbacher gastierte in Bonn

Gerade wurde Arabella Steinbacher mit einem "ECHO-Klassik" ausgezeichnet und feierte ein überaus erfolgreiches Debüt mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Christoph von Dohnányi. Am 30. November 2007 gastierte sie nun mit einem Solo-Recital im Bonner "Beethovenhaus". Sie spielte Bachs "Chaconne" aus der 2. Partita, Ysayes 2. Sonate, Bachs 3. Partita sowie Ysayes 3. Sonate.

Im "Generalanzeiger Bonn" schrieb Fritz Herzog am 30. November 2007 darüber: "Bewunderungswürdig ist vor allem die gelassene Haltung, mit der die junge Solistin ihre Realisation ohne spürbare Nervosität angeht: Bach gebiert sich bei ihr sozusagen aus sich selbst, will heißen: Die Intensität ihres Spiels entwickelt und formt den Text vollkommen selbstverständlich zu einer originären, in sich schlüssigen Aussage. Ysayes a-Moll-Sonate mit ihrem Bach zitierenden und - vielleicht - verwünschenden, "Obsession" betitelten Kopfsatz und der durchgängig auf das mittelalterliche Dies-Irae-Motiv hinauslaufenden Ausformung aller ihrer vier Sätze ebenso wie die "Ballade" genannte, rhapsodische d-Moll-Sonate mit ihrem nicht minder "Furien" herbeizitierenden, stürmischen Finalsatz sind Belege einer überaus souverän wirkenden Künstlerperönlichkeit. Das begeisterte Publikum im Kammermusiksaal des Beethovenhauses erhielt eine kleine Kreisler-Pièce als Zugabe."

Und Heinz Terschüren merkte am 4. Dezember 2007 in der "Bonner Rundschau" an: "Und die Solistin hat dazu das Rüstzeug. Dazu gehört auch ihr außerordentlich klares Kraftspiel bei Bach. Sie lässt sich keine Ungenauigkeiten zuschulden kommen. Hier folgte der Chaconne die zweite aus des Belgiers sechs Sonaten op. 27 in a-Moll, ebenfalls Variationen, und zwar über das "Dies irae"-Thema. Aber was Ysaye da produziert an Engführungen, Modulationen durch die Oktaven und so weiter, das ist phänomenal und war es auch bei der Geigerin. Diese Ysaye-Effekte sind der reine Irrsinn, aber brachten die Solistin nicht in Verlegenheit. Ähnlich die Wirkung (nun nach der E-Dur-Partita) der dritten Sonate in d-Moll in ihrer rhapsodischen Manier. Riesenbeifall."          


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