Evgenia Rubinova

"Beifallsstürme": Evgenia Rubinova gastierte in Mainz

Am 25. Januar 2008 gastierte Evgenia Rubinova im Rahmen der prominenten SWR-Reihe "Internationale Pianisten in Mainz". Auf dem Programm im "Frankfurter Hof" standen Chopins 2. Sonate in b-Moll (op. 25), Skrjabins "Fantasie" (op. 28) sowie Rachmanianows "6 Moments Musicaux" (op. 16).

Jan-Geert Wolff schrieb dazu am 28. Januar 2008 in der „Allgemeinen Zeitung Mainz“: „Schon in Frédéric Chopins (1810-1849) Sonate Nr. 2 in b-Moll stellte Rubinova ihr Talent, verschiedene Stimmungen im jähen Wechsel ohne Bruch darzustellen, unter Beweis: Wild jagend begann sie die Sonate, um bald in ein verträumtes Schlendern zu verfallen und sogleich wieder in vorwärts drängenden Passagen weiter zu eilen. Das Seitenthema in Dur geriet ihr anmutig und mit warmem Klang. Nach dem rasanten Scherzo, dessen Chromatik Rubinova traumwandlerisch beherrschte, war es der "Marche funèbre", der ihre Interpretation ausmachte, gibt es doch im Klavierwerk Chopins nur wenige Sätze, die so beklommen anmuten wie dieser: Rubinova griff die Idee auf und interpretierte den Totentanz mit seinen weitgriffigen Akkord- und Oktavsprüngen fahl und düster. Fast unwirklich und schemenhaft nahm Rubinova die in Klang gegossene Dunkelheit auf und erinnerte mit der Basslinie an Gräbergeläut. Rasch beschloss sie die Sonate im bedrohlichen Finale. Die Fantasie in h-Moll op. 28 von Alexander Skrjabin (1872-1915) verlangt dem Interpreten ein hohes Maß an Virtuosität ab. Evgenie Rubinova besitzt sie und verstand es auch hier, die dramaturgischen Wechsel voller Kontraste und gewagter Übergänge stimmig umzusetzen. Die Werkauswahl erwies sich auch deshalb als eine gute, da die Pianistin mit Skrjabins Fantasie gelungen zu ihrem gemeinsamen Landsmann Rachmaninow überleitete. Der zweite Konzertpart gehörte den sechs Moments musicaux op. 16 von Sergei Rachmaninow (1873-1943), Charakterstücken mit unterschiedlichem Impetus. Vier davon stehen in Moll, zwei in Dur. Rubinova spürte in jedem "Moment musicaux" den Ideen Rachmaninows nach: Schnell und dahinfließend geriet ihr das Andantino in Nr. 1, vital und verspielt in kleinen wie großen Gesten das Allegretto in Nr. 2. Der Stimmungswechsel folgte im dritten Moment, wo Rubinova eine verlorene und einsame Impression weckte; auch das Adagio sostenuto in Nr. 5 strahlte eine angenehme Ruhe nach dem impulsiven Presto in Nr. 4 aus. Im finalen Maestoso in C-Dur zog Evgenia Rubinova noch mal alle Register ihrer Virtuosität und erntete Beifallsstürme.“  

 


Mehr Informationen zum Künstler
Weiteres
News-Archiv