Alban Gerhardt mit Simone Young am 7.6.08 in Dresden

"Reise der Leidenschaften": Alban Gerhardt gastierte in Dresden

Am 7. und 8. Juni 2008 trat Alban Gerhardt wieder in Dresden auf. Mit den Dresdner Philharmonikern unter Leitung von Simone Young spielte er Edward Elgars berühmtes Cellokonzert.

Peter Zacher schrieb dazu am 9. Juni 2008 in der „Sächsischen Zeitung“: „Man könnte dem entgegenhalten, dass Edward Elgar, mit dessen Violoncellokonzert e-Moll op. 85 der Abend eröffnet wurde, ein routinierter Komponist war. Und der wusste, wie ein Orchester behandelt werden muss, damit man den Solisten ständig hört. Wenn dann noch ein so hervorragender Cellist wie Alban Gerhardt mitwirkt, ist der Erfolg eigentlich schon garantiert. Es war schon ein kleines Wunder, mit welch abgeklärter Ruhe der Solist Kantilenen so spielte, dass man als Hörer im gleichen Rhythmus mitatmete. Er ließ sich auch von dem intensiven Körpereinsatz Youngs nicht irritieren, folgte aber bereitwillig den Emotionen, die sie aus dem Orchester herauslockte. So entstand eine echte partnerschaftliche und gleichberechtigte Beziehung zwischen allen Mitwirkenden. Auch wenn das Konzert Rückschau in Trauer ausdrückt, enthält es auch den großen dramatischen Impetus, den der »Orpheus des Cellos« trotz aller Strenge mit viel Leidenschaft umsetzte.“

Und Alexander Keuk merkte in den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ am gleichen Tag an: „Zudem gab es vor der Pause schon einen einzigartigen Höhepunkt: Alban Gerhardt interpretierte das allseits bekannte Cellokonzert von Edward Elgar. Es ist ein Stück, das mit zwei, drei zu gut gemeinten Bogenstrichen und einem egozentrischen Dirigat binnen weniger Takte in die Kitschkiste rutschen kann. Das Gegenteil war der Fall: Gerhardt begab sich mit dem Cello auf eine prosaische Reise der Leidenschaften, die sich höchst charismatisch, risikoreich und zum Ende hin sogar genial darstellte, denn im letzten Satz rundete sich ein Bogen über das gesamte Konzert und man spürte intensivst, wie Gerhardt das eigene Begreifen der Musik hervorragend über den Bühnenrand brachte, und wie souverän die ausgereifte Technik des Cellisten quasi einen enormen »Wortschatz« für die breite Ausdruckswelt des Konzertes bildete. Schön war auch, dass sich Gerhardt im Programmheft zu Wort meldete und somit zu einem umfassenden Verständnis von Werk und Interpretation beitrug.“  




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