Arabella Steinbacher mit Yakov Kreizberg in Frankfurt am 13.11.2008

"...vollendet": Arabella Steinbacher gastierte in Frankfurt

"Eine immense Karriere bahnt sich an", titelte die "Frankfurter Rundschau" im Januar vergangenen Jahres nach dem letzten Auftritt Arabella Steinbachers im großen Saal der "Alten Oper". Am 13. und 14. November 2008 konnte sich das Frankfurter Publikum ein Bild vom aktuellen Stand der Entwicklung machen: Mit dem hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Yakov Kreizberg führte Arabella Steinbacher Tschaikowskys Violinkonzert auf.

Harald Budewig schrieb dazu am 17. November 2008 in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Zuvor hatte Arabella Steinbacher den Solopart des Konzerts für Violine und Orchester D-Dur op. 35 von Peter Tschaikowsky gestaltet. Das 1878 vollendete Werk hat ursprünglich Entsetzen hervorgerufen und potentielle Interpreten vergrätzt, doch haben auch hier Rezeptions- und Aufführungsgeschichte mancherlei Ecken und Kanten abgeschliffen: Namentlich Steinbacher spielt diese Musik technisch vollendet, ausgewogen, melodisch schönheitstrunken, als wäre dies die einfachste Geigerübung.“

In der „Frankfurter Neuen Presse“ war am 15. November 2008 zu lesen: „Dazwischen spielt die brillante junge Geigerin Arabella Steinbacher Tschaikowskys Violinkonzert mit enormem, doch stets kontrolliertem geigerischen Temperament. Im allzu vertraut Gewordenen meidet sie Sentiment, sie setzt auf gemäßigte Emotionen, was etwa dem Andante zu großer Innenspannung verhilft. Und auch im bemerkenswert gespielten Finale jongliert sie noch geschickt mit Gefühl und Tempo. Kreizberg und das Orchester sind ihr wachsame, genau reagierende Partner. Riesenbeifall.“

Klaus Ackermann merkte am 18. November 2008 in der „Offenbach-Post“ an: „Der gewisse Glamourfaktor einer attraktiven jungen Frau ist bei Arabella Steinbachers stupender Technik und Musikalität schnell vergessen, wie verwachsen mit ihrer Stradivari, die auf der tiefen Saite hochmütig zu näseln scheint und der sie ganz oben so süße Flageolett-Töne zu entlocken versteht. Bei schnellen Passagen bezeugt die Münchnerin ein Temperament, das noch in den kniffeligen, bravourös gemeisterten Doppelgriff-Serien nachwirkt. Kein Wunder, dass der Beifall auch zwischen den Sätzen prasselt, üblicherweise verpönt. Und dank zielstrebiger Gestaltung erreicht der Violin-Star eine klangliche Intensität, die selbst in der Canzonetta - noch so ein Lied ohne Worte – elektrisierend wirkt.

Und der „Wiesbadener Kurier“ berichtete am 15. November 2008: „Auch in Peter Tschaikowskys Violinkonzert bewies das Orchester enorme atmosphärische Bandbreite. Arabella Steinbacher nahm sich eines der populärsten Konzerte ihres Fachs mit klinisch reiner Intonation, rasanten Läufen und blitzsauberen Trillern an, die eine wie mit Zirkel und Lineal gezogene Präzision aufwiesen. Die Solistin zeigte sich einmal mehr als bestechend souveräne Musikerin, bei der klangliche Vollkommenheit und geschmeidiger Spielfluss oberste Priorität haben.“





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