
"subtile Anschlagskunst": Evgenia Rubinova gastierte in Mainz
Tschaikowskys erstes Klavierkonzert nimmt in Evgenia Rubinovas Repertoire einen wichtigen Platz ein: Mit diesem Werk gewann sie beim Internationalen Klavierwettbewerb von Leeds 2003 die Silbermedaille. Sie spielte es auch bei ihrer ersten Zusammenarbeit mit dem London Philharmonic Orchestra vor drei Jahren, und bei ihrem gefeierten Debüt in der "Kölner Philharmonie" im November vergangenen Jahres stand wieder Tschaikowskys populäres Konzert auf dem Plan. Am 28. und 29. November 2008 führte sie es erneut auf, diesmal im Staatstheater Mainz. Ihre Mitstreiter dabei waren das Orchester des Staatstheaters Mainz und GMD Catherine Rückwardt. Siegfried Kienzle schrieb dazu am 1. Dezember 2008 in der „Allgemeinen Zeitung“: „Die junge aus Usbekistan stammende Pianistin Evgenia Rubinova konnte bereits mit einem Solo-Abend im Frankfurter Hof begeistern und sorgte auch im Staatstheater mit dem b-Moll-Klavierkonzert op.23 von Tschaikowski für ein ausverkauftes Haus. Ob als Filmmusik oder Untermalung von Werbespots: die Themen dieses Paradestücks sind in aller Ohr - und das unverwüstliche Schlachtross aller Tastendonnerer kann recht verschlissen klingen. Umso imponierender, dass Evgenia Rubinova eine sehr persönliche, fein nuancierte Wiedergabe gelang. Bereits die stählernen Oktavgänge zu Beginn des Kopfsatzes waren nicht nur die übliche Demonstration von Kraft, sondern klangen differenziert abgestuft. Im Verlauf wurden die poetischen, liedhaften Facetten betont bis zu den zarten Arabesken in der Kadenz. Im Andantino-Mittelsatz bezauberte Rubinova mit subtiler Anschlagskunst im Dialog mit Flöte und Solo-Cello als wäre es Chopins "Berceuse". Dafür erhielt der Prestissimo-Einschub als irritierender Fremdkörper in dieser Lyrik viel Schlagkraft. Im Schlussrondo suchte Rückwardt nicht den üblichen Geschwindigkeitsexzess, sondern machte bei aller furiosen Steigerung auch Tschaikowskis Abgründe hörbar.“
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