Evgenia Rubinova

"Standing Ovations": Evgenia Rubinova gastierte in Bruchsal

Im Rahmen der Bruchsaler Schlosskonzerte spielte Evgenia Rubinova einen Klavierabend, der Schumanns "Kreisleriana" (op. 16), Skrjabins "Fantasie" (op. 28) und Brahms' "Fantasien" (op. 116) enthielt.

Christiane Voigt schrieb dazu am 7. April 2009 in den „Badischen Neuesten Nachrichten“: „Auffallend gefasst und schlicht ist das Auftreten der russischen Pianistin Evgenia Rubinova. Was die jugendliche und sympathische Künstlerin, die sich bereits die bedeutendsten Podien der Welt erobert hat, jetzt in einem Bruchsaler Schlosskonzert unter Beweis stellte, lässt eine große Karriere vermuten. Rubinova begann im gut besuchten Konzertsaal mit Robert Schumanns op. 16, der „Kreisleriana", acht balladesken Fantasiestücken, die der damals junge Komponist in heftigen Gemütserregungen als Ausdruck seiner verzweifelten Liebessehnsucht zu Clara Wieck niederschrieb. Die Interpretin spielte das „Äußerst bewegt" mit Vehemenz, um im folgenden „Sehr innig und nicht zu rasch" die gleiche innere Spannung zu halten. Nach den lebhaften „Intermezzi", in denen die melancholischen Linien profiliert hervortraten, erwies sich „Sehr aufgeregt" als wahrhaft aufgewühlt. Tiefe Eindringlichkeit erreichte die Künstlerin mit ihrer Gestaltung des Satzes „Sehr langsam". Auch in den folgenden Sätzen war ihr Spiel kontrastreich und sowohl mit technischer Souveränität, als auch mit tiefer Empfindung und verinnerlichter Schlichtheit ausgestattet. Sie stellte damit größtes Verständnis für Schumanns Musik unter Beweis.

Schlugen ihr danach bereits Wellen der Begeisterung entgegen, so erst recht nach Alexander Skrjabins, des Mystikers unter den Klavierkomponisten, „Fantasie" h-Moll op. 28. In ihrer Wiedergabe paarten sich kontrollierte Leidenschaftlichkeit und spannungsgeladenes Drängen mit geradezu beseeligender Erlösung. Für den zweiten Programmteil hatte Evgenia Rubinova die „Sieben Fantasien" op. 116 von Johannes Brahms gewählt, die zu den letzten Kompositionen des Spätromantikers zählen: Die Klavierdichtungen bestehen aus drei teils von Unmut geprägten, schnellen Capricci, denen vier elegische, träumerische Intermezzi in langsamem Zeitmaß gegenüber stehen. Diszipliniertes blutvolles Spiel wechselte hier mit herrlich weich und warm ausgeführten, weiten Melodiebögen. Besondere Intensität und anrührende Schönheit war in den Intermezzi a-Moll und E-Dur zu spüren. Mit dem rasant endenden Capriccio d-Moll erspielte sich Evgenia Rubinova begeisterten Schlussapplaus. Eine „Ungarische Rhapsodie" von Franz Liszt als Zugabe erwirkte Standing Ovations, die mit einem Mendelssohn'schen „Lied ohne Worte" besänftigt wurden.“






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