Arabella Steinbacher mit Herbert Blomstedt in Düsseldorf am 19.4.09

"...wie vom Himmel gefallen": Arabella Steinbacher musizierte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen

Im kommenden Herbst wird Arabella Steinbacher mit dem Gewandhausorchester Leipzig auf eine ausgedehnte Asien-Tournee gehen und u.a. in Tokio und Peking auftreten. Dirigieren wird Riccardo Chailly. Im Herbst des nächsten Jahres steht mit dem gleichen Orchester eine weitere Tour auf dem Plan, diesmal nach Mexiko. Am Pult: Herbert Blomstedt. Er musizierte mit Arabella Steinbacher nun erstmals im Rahmen der Konzerte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Auf dem Programm stand am 19. und 20. April 2009 in Düsseldorf und Frankfurt jeweils Mozarts G-Dur-Konzert, KV 216. Arabella Steinbacher spielte diese Konzerte zum Gedenken an ihren Vater, der am 16. April plötzlich verstorben war.

Lars Wallerang schrieb am 21. April 2009 in der „Westdeutschen Zeitung“: „Selbstverständlich war es nicht, dass die junge Geigerin Arabella Steinbacher beim Sonntagnachmittagskonzert in der Tonhalle auftrat. Denn wenige Tage zuvor hatte sich in ihrer Familie ein Trauerfall ereignet. Plötzlich und unerwartet starb der Vater. Doch die 27-jährige Musikerin sagte nicht ab, sondern widmete die Aufführung des 3. Violinkonzerts von Wolfgang Amadeus Mozart dem Andenken ihres Vaters. Und das hatte seine besondere Bewandtnis. Denn als Achtjährige hatte sie das Konzert bereits mit ihrem Vater am Klavier einstudiert. Geboren 1981 in München, erhielt Steinbacher im Alter von drei Jahren ihren ersten Geigenunterricht und kam mit neun Jahren als jüngste Studentin zu Ana Chumachenko an die Münchner Musikhochschule. Emotionen stecken in Mozarts G-Dur-Konzert, vor allem im langsamen Mittelsatz. Arabella Steinbacher spielt alles vollkommen klar und rein. Das entfaltet seinen besonderen Zauber. Die Geigerin führt ihren Bogen zart und gefühlvoll und vermied dabei jede Form von sentimentaler Süßlichkeit. Steinbacher spielt auf ihrer Violine „Booth“ (Cremona, 1716) von Antonio Stradivari auffallend schlicht und schnörkellos, aber mit feinem Schmelz. Die Kantilenen im ersten Satz wirken filigran und besitzen dennoch einen farbenreichen Klang.“

Stefan Schickhaus schrieb am 23. April 2009 in der „Frankfurter Rundschau“: „Die Solistin war Arabella Steinbacher, sie trat ganz in Schwarz auf. Ihr Vater war wenige Tage zuvor gestorben, so ließ sie vor dem Konzert durch Michael Herrmann erklären. Aber da sie das angekündigte G-Dur-Violinkonzert KV216 als Achtjährige zum ersten Mal mit ihrem Vater einstudiert hatte, wollte sie ihren Frankfurt-Auftritt nicht absagen, sondern zum Gedächtniskonzert umwidmen. Dabei gelang ihr eine wirklich bewegende, gleichermaßen schlichte wie kraftvolle Interpretation vor allem des langsamen Adagio-Satzes, für den der Musikologe Alfred Einstein einst das Bild prägte, er wirke "wie vom Himmel gefallen". Genau so klang er hier unter den Händen von Arabella Steinbacher, zu Ehren ihres Vaters.“




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Arabella Steinbacher mit ihrem Vater im Jahr 1987

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