Arabella Steinbacher mit Andris Nelsons am 22.5.09 in der Kölner Philharmonie

"...von geradezu übernatürlicher Schönheit": Arabella Steinbacher gastierte beim WDR Sinfonieorchester Köln

Arabella Steinbachers Auftritte mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Andris Nelsons avancierten zu einem grandiosen Erfolg! Beethovens Violinkonzert stand auf dem Programm, als sie am 21. Mai 2009 in Bielefeld ("Oetkerhalle"), am 22. Mai 2009 in Köln ("Philharmonie") und am 23. Mai 2009 in Münster ("Großes Haus der Städtischen Bühnen") auftrat. Die Veranstaltung in Münster war Eröffnungskonzert des WDR-Musikfestes und wurde von WDR3 live übertragen. Das Publikum dankte Arabella Steinbacher nach den Aufführungen mit stehenden Ovationen, und auch die vollständig versammelte Fachpresse war sich einig: Sie lobte ohne Ausnahme das musikalische wie technische Können der Künstlerin.

Matthias Corvin schrieb am 25. Mai 2009 in der „Kölnischen Rundschau“: „Bei diesem Konzert stimmte einfach alles. Das WDR Sinfonieorchester spielte in Höchstform, angespornt vom lettischen Dirigenten Andris Nelsons. Die Solistin Arabella Steinbacher bot eine profilierte Interpretation von Beethovens Violinkonzert, und die Philharmonie war auch noch ausverkauft. Da freut sich der Veranstalter und lässt das Publikum gelassen jubeln. Doch galten die Ovationen sicher nicht nur der Lautstärke am Schluss, sondern dem überzeugenden Musizieren aller Beteiligten. So wurde Beethovens oft gehörtes Violinkonzert von innen ausgeleuchtet, die Binnenstimmen und Holzbläser lebendig in die Partitur eingebunden. Dabei wählte Nelsons zunächst gemäßigte Tempi, arbeitete die Höhepunkte jedoch markant heraus. Bestens dazu passte Steinbachers Solopartie. Sie musizierte ausdrucksvoll, rundete alle Phrasen schön ab. So wurde der kantable Geist des himmlisch langen und daher nicht einfach zu deutenden Konzerts erfasst. Beethoven verzichtet bis auf das Schlussrondo fast ganz auf virtuose Mätzchen. Wie innerlich seine Musik dennoch klingen kann, kam hier einmal zur Geltung. Wunderbar geriet der Dialog mit dem ersten Fagott am Ende des Kopfsatzes. Natürlich verfügt Steinbacher über einen verführerischen Ton und traumsichere Technik. Neben Lisa Batiashvili und Julia Fischer ist die 27-jährige Deutsch-Japanerin der dritte große Geigenstar aus der Münchner Talentschmiede von Geigenprofessorin Ana Chumachenco. (…) Eine Sternstunde in der Philharmonie.“

Und Bernhard Hartmann kommentierte am gleichen Tag im „General-Anzeiger“: „Natürlich, sie spielt eine Stradivari. Doch auch wenn man diese Idealvoraussetzung berücksichtigt, ist der Ton, den Arabella Steinbacher ihrem Instrument entlockt, noch immer von geradezu übernatürlicher Schönheit. Kein Makel, nirgends. Das WDR Sinfonieorchester hatte sie jetzt als Solistin für Beethovens Violinkonzert mit Auftritten in Bielefeld, Köln und Münster verpflichtet. Dieses über weite Strecken lyrische Werk scheint wie geschaffen für die junge Künstlerin. Man mag sich gar nicht satt daran hören, wenn sie die reichen melodischen Linien mir schönster Natürlichkeit phrasiert, wenn sie auch längere Triller-Passagen mit rhythmischer Spannung auflädt und die virtuosen Abschnitte mit souveräner Lockerheit bewältigt.“

Und Christian Schulte im Walde schrieb, ebenfalls am 25. Mai 2009, in der „Münsterländischen Volkszeitung“: „Doch vor der Ekstase gab es erst einmal Futter für die Virtuosin! Die hieß Arabella Steinbacher und zählt zu den großen jungen Geigentalenten. Obwohl Beethovens Violinkonzert nicht unbedingt als Paradebeispiel für extreme Virtuosität auf vier Saiten gelten kann - Steinbacher bestätigt mit ihrer Interpretation ihren Platz in der Spitzenliga. Sie bettet ihren Solo-Part ein in das Orchester, versteht sich als prima inter pares, legt aber viel Brillanz in die Kadenzen, vor allem im Finale. Da zeigt die 1981 geborene Solistin all ihre Risikofreude und lässt ihrem Temperament ungezügelt freien Lauf. Genauso gut entströmt ihrem Instrument zart schmelzender Larghetto-Gesang, und Dirigent Andris Nelsons bereitet dazu ein Luxusbett aus samtweichen Streicher-Daunen. Steinbacher und Nelsons sind ein sich perfekt ergänzendes Duo.“

Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Arabella Steinbacher und dem WDR Sinfonieorchester Köln für die Saison 2010/2011 wurde nach den Konzerten bereits vereinbart. Aber schon in der kommenden Spielzeit gastiert Arabella Steinbacher wieder in Köln: Mit dem Philharmonia Orchestra unter Leitung von Lorin Maazel spielt sie am 29. November 2009 Mozarts G-Dur-Konzert, KV 216. 

   

 


   




Mehr Informationen zum Künstler
Weiteres
News-Archiv