Evgenia Rubinova am 5.6.09 in Siegburg

"...subtilste Anschlagskünste": Evgenia Rubinova gastierte in Siegburg

Bereits in der vergangenen Saison musizierte Evgenia Rubinova im Rahmen der Siegburger Kammermusikreihe "Resonanzen". Damals spielte sie mit dem künstlerischen Leiter der Serie, Alban Gerhardt, ein Duo-Recital, das der Deutschlandfunk aus Siegburg übertrug. Am 5. Juni 2009 durften sich die Besucher der ausverkauften Veranstaltung auf einen Klavierabend freuen. Auf dem Programm im "Stadtmuseum", dem Geburtshaus Engelbert Humperdincks: Werke von Chopin, Prokofiew, Mendelssohn Bartholdy und Liszt.

Guido Krawinkel schrieb dazu am 8. Juni 2009 im Bonner "General-Anzeiger" unter der Überschrift "Unendliche Weiten": "Auch das letzte Konzert der Resonanzen-Reihe in der Aula des Siegburger Stadtmuseums war ausverkauft, was einmal mehr als Beleg für die Treue des heimischen Publikums gewertet werden kann. Die ausschließlich positiven Reaktionen nach dem Konzert sprachen ebenfalls für sich. Begeisterten Beifall gab es nach dem Klavierabend von Evgenia Rubinova - und zwei Zugaben (...). Gleich zu Beginn bot Rubinova großes Gefühlskino mit den zwei Nocturnes op. 62 von Frédéric Chopin. Die russische Pianistin, die 2003 den renommierten Klavierwettbewerb in Leeds gewonnen hat und seitdem immer wieder mit geradezu überschwänglichen Bewertungen überhäuft wird, spielte "ihren" Chopin emotional aufgeladen, aber nicht überfrachtet, genau auf den Punkt angelegt und mit viel klanglicher Rafinesse. Schärfere Kontraste prägten Sergej Prokofiews Sonate Nr. 7. Die unendlichen Weiten des langsamen Satzes strukturierte Rubinova mit hinreißender Gestaltungskraft, der quirlige Schlusssatz war ein virtuoser Strudel, aus dem das ostinate Bassmitiv unerbittlich hervorstach. Nach der Pause setzte Rubinova mit einer Auswahl aus Felix Mendelssohn Bartholdys Liedern ohne Worte Glanzlichter im Miniaturformat. Etwa das Andante maestoso aus op. 62, das sie aus dem Nichts kommend und wieder dorthin verschwindend spielte, oder ein Allegro leggiero aus op. 67, bei dem die Pianistin subtilste Anschlagskünste an den Tag legte. Franz Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 2 war schließlich ein angemessenes Schaustück zur Darstellung von Rubinovas virtuosen Qualitäten, das sie mit Bravour absolvierte."            


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