
"...eine geniale junge Frau": Arabella Steinbacher spielte mit den Bamberger Symphonikern
Im kommenden Juli gibt Arabella Steinbacher mit den Bamberger Symphonikern unter Leitung von Jonathan Nott ihr Debüt bei den Londoner "Proms" (s. dazu www.bbc.co.uk/proms). Bereits am 17. und 18. Juni 2009 arbeitete die Geigerin erstmals mit dem Orchester zusammen: Im Rahmen des Mozartfests in Würzburg spielte sie in der "Residenz" Mozarts Violinkonzert in G-Dur, KV 216. Am Pult: Ludovic Morlot. In der "Main-Post" schrieb Frank Kupke am 18. Juni 2009 unter der Überschrift "Junge Geigerin läßt Mozarts Melodien aufblühen": "Arabella Steinbacher sieht zu Boden. Dann schließt die 27-Jährige die Augen. Sie wendet ihr Gesicht zur Decke mit dem Tiepolo-Fresko und legt die 293 Jahre alte, ihr leihweise von einer japanischen Stiftung zur Verfügung gestellte Stradivari behutsam auf die linke Schulter. Ein kurzes Lächeln in Richtung Dirigent. Sie führt den Bogen an die Saite. Dann setzt sie ein. Die ersten Töne aus dem Adagio von Mozarts G-Dur-Violinkonzert erklingen im ausverkauften Kaisersaal der Würzburger Residenz. Unter den Fingern der Geigerin entsteht die erste Phrase des Satzes. Sie lässt das dreigestrichene Fis leuchten. Sie spielt ohne Scheu. Und ohne Allüren. Das Legato ist wunderschön dicht. Die Münchnerin lässt Mozarts Melodien aufblühen. Und sie kennt das richtige Maß. Da ist keine falsche Emotion. Kein Kitsch. Nonchalant präsentiert sie den letzten Satz. Und sie schüttet das Füllhorn der mozartschen Melodien aus. Ihr Bogenstrich ist unangestrengt und dabei stets konzentriert. Genauso wie ihr wohldosiertes Vibrato. Spiccati und Staccati kommen wie selbstverständlich. Federleicht schwingt der Drei-Achtel-Takt. Und das Erstaunlichste: Die Tochter einer Japanerin und eines deutschen Musikprofessors behält bei all dem die Spannung bei. Kein Ton verebbt, weil er vernachlässigt wird. So spielt kein Wunderkind. So spielt eine geniale junge Frau. Und sie lächelt weiter. Mal zum Konzertmeister der Bamberger Symphoniker. Mal zum souveränen Dirigenten Ludovic Morlot. Die Unbeschwertheit ihres Auftretens ist erstaunlich angesichts der Leidenschaft, die sie in die Musik legt. Arabella Steinbacher stellt in den Schatten, was sonst noch an diesem Konzertabend erklingt – Faurés elegante Pelléas-Suite, das klanglich reizvolle „Mystère de l'instant“ des zeitgenössischen französischen Komponisten Henri Dutilleux sowie die von den Bambergern spritzig dargebotene Jupitersinfonie."
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