
"...längst eine der weltbesten Geigerinnen unserer Zeit": Arabella Steinbacher gastierte in München
Zur Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Fabio Luisi und Arabella Steinbacher kam es am 10. und 11. Januar 2011 im Münchener "Nationaltheater": Auf dem Programm: das Violinkonzert von Paul Hindemith. Es begleitete das Bayerische Staatsorchester. Die Aufführungen avancierten zu einem sensationellen Publikumserfolg! Harald Eggebrecht schrieb dazu am 13. Januar 2011 in der „Süddeutschen Zeitung“: „Es gehört zu den Unverständlichkeiten des Musikbetriebs, dass ein so kraftvoller, höchst eigentümlicher, formbewusster und versierter Komponist wie Paul Hindemith nur noch sehr selten auf den Programmen steht. Mag sein, dass in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts allzu gerne seine Werke als Beweis dafür dienen mussten, dass man vor Zeitgenössischem keine Angst habe, und so klammheimlich die Auseinandersetzung um Schönberg und die Folgen vermied. Doch Hindemith hat keine Ersatzfunktion verdient, seine Musik klingt vital, witzig und geisteshell, wenn sie sorgfältig einstudiert und mit dem Feuer nachschöpferischer Inspiration geboten wird.
Die Rede ist vom dreisätzigen Violinkonzert, das Hindemith 1939 schrieb. Ein Meisterwerk, das Geigern beste Gelegenheit gibt, nicht nur Virtuosität, Kantilenenfähigkeit und rhythmischen Witz zu zeigen, sondern auch Gestaltungskraft einfordert. Arabella Steinbacher, längst eine der weltbesten Geigerinnen unserer Zeit, spielte diese Musik makellos klar und immer mit jenem nur ihr eigenen Schimmerglanz im Ton, der nicht blendet, sondern Phrasen und Melodie-Linien schattenlos beleuchtet. Das kommt besonders Werken der frühen Moderne zugute.
Wie sie den Kopfsatz ausformulierte, in lyrischen Passagen geradezu ein Hindemith-Melos entdeckte, wie sie kompromisslos zupackte ohne jede Ruppigkeit, immer auf Klangqualität achtend und mit dem Staatsorchester korrespondierend, wie sie im langsamen Satz ein hohes Maß an intimer Gesanglichkeit und innerer Spannung bot, im Finale die Spikkatofunken stieben ließ und die Kadenz als imposanten Monolog aufbaute - es war eine zu Recht heftig bejubelte Meisterleistung. Hinreißend eleganter Dank mit Fritz Kreislers Rezitativ und Scherzo-Caprice.“
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