Evgenia Rubinova mit Albrecht Mayer am 9.5.2011 in Siegburg

"Zusammenspiel von berückender Schönheit": Evgenia Rubinova gastierte in Siegburg

Am 9. Mai 2011 präsentierte sie mit Albrecht Mayer Auszüge aus dessen Erfolgs-Album "Bonjour Paris". Außerdem bereicherte sie das Programm mit Soloklavierwerken von Debussy und Ravel.

Christian Leinweber schrieb am 13. Mai 2011 im „Rhein-Sieg-Anzeiger“: „Paris im Frühling ist ja angeblich immer eine Reise wert. Siegburg aber auch. Besonders, wenn der Berliner Oboist Albrecht Mayer und die in Frankfurt am Main lebende, russische Pianistin Evgenia Rubinova dort ein Konzert geben. Mit „Bonjour Paris“ brachten sie die Klänge der französischen Hauptstadt ins ausverkaufte Stadtmuseum, darunter „Fantasie für Oboe und Klavier“ von Vincent D’Indy. Mit dem komplexen Werk zeigten die Musiker schon zu Beginn des Konzerts, warum sie international von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert werden – Rubinova etwa wurde 2003 beim Klavierwettbewerb in Leeds mit der Silbermedaille ausgezeichnet, Mayer bereits dreimal mit dem ECHO Klassik Preis.

Virtuos erschufen die Musiker ein Klangbild, das alle Stimmungen in sich vereinte. Fließend waren die Übergänge von Melancholie zur Freude, fesselnd der Reigen, den die Klänge tanzten. Auch bei Claude Debussys „Estampes“ für Soloklavier liegt der Reiz im steten Wechsel von Dramatik und Ruhe. Nicht zuletzt hier bewies Rubinova, dass sie eine Poetin am Piano ist: Tief tauchte sie unter die Oberfläche des Werks, ließ unaufrichtige Interpretation und vorgetäuschte Emotionen hinter sich. Voller Freiheitsdrang, voller filigraner Dichte war ihr perlendes Spiel, das zuweilen einer Traumlogik zu folgen schien.

Weitaus handfester ging die Pianistin bei Maurice Ravels „Alborada del gracioso“ zur Sache: So stolz der Charakter des Stücks, so feurig und wagemutig war Rubinovas Interpretation. Einer der Höhepunkte des Abends war Faurés „Pavane“, Mayer und Rubinova gelang hier ein Zusammenspiel von berückender Schönheit. Man merkte: Die beiden Musiker gingen über gängige Lesarten hinaus, übersetzten die Werke vielmehr in ihre eigene musikalische Sprache. Behutsam, und mit einem Gespür für Dramatik, entfalteten sie die Stücke wie Papierblumen, die in den wundersamsten Farben schimmerten.

Und dass sie punktgenau einen bewegenden Spannungsbogen aufbauen können, bewiesen Mayer und Rubinova mit der abschließenden Suite „L’Horloge de flore“: Schmeichelnd und verspielt klang hier die Oboe, begleitet vom kraftvoll voranschreitenden Piano, hin zum furiosen, zum atemlosen Höhepunkt. Bleibt nur zu wünschen, dass dies nicht die letzte Kollaboration der beiden ausgezeichneten Musiker war. Der Auftritt von Albrecht Mayer und Evgenia Rubinova war Teil der Konzertreihe Resonanzen 2011.“

 




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