Gabriel Schwabe am 2.9.2011 im Stadtmuseum Siegburg

"Ein durchweg singender und glanzvoller Ton...": Gabriel Schwabe gastierte in Siegburg

Zur Eröffnung der auch in der Saison 2011/2012 wieder hochkarätig besetzten Kammermusikserie "Resonanzen" gastierte Gabriel Schwabe am 2. September 2011 im Stadtmuseum Siegburg, dem Geburtshaus Engelbert Humperdincks. Auf dem musikalisch und cellistisch anspruchsvollen wie spektakulären Programm seines Solorecitals standen Bachs 2. und 3. Suite, die entsprechenden Sonaten von Hindemith und Ligeti sowie Cassadós Suite. Am Ende stand ein "denkwürdiges Konzert", wie die "Kölnische Rundschau" kommentierte.

Im Bonner "General-Anzeiger" schrieb Mathias Nofze am 5. September 2011: "Das Etikett 'Shooting-Star' und 'Überflieger' wird in der Klassik-Szene beinahe inflationär verwendet. Auch die Karriere des Cellisten Gabriel Schwabe begleiten diese Adjektive wie Delfine vor der Bugwelle. Er scheint manchem gar auf dem Weg 'in den Olymp'. Seine Sache, ob es ihm schmeichelt oder ihn irritiert. Nach seinem Gastspiel bei den Siegburger 'Resonanzen' jedenfalls darf man ihm 'großartiges Cellospiel' und 'fabelhafte Musikalität' attestieren, Formulierungen, die natürlich weniger spektakulär als die PR-Girlanden klingen.

Der Abend begann mit Ligetis Cellosonate, einem fast noch spätromantisch klingenden Frühwerk des späteren Pioniers der Klangflächentechnik. Schwabe spielte die lyrische Kraft des 'Dialogo' mit vollem Ton und sattem Strich heraus, das 'Cappricio' mit seiner wirbelnden, sich immer weiter schraubenden Motivik überaus packend. Kluges Bachspiel faszinierte in den beiden Suiten C-Dur und d-Moll. Ein durchweg singender, glanzvoller Ton und untadelige Phrasierung machten etwa aus den einleitenden Préludes wunderbar atmende Erzählungen. Schwabe, 22 Jahre jung, kostete den fülligen Ton des Cellos aus dem Jahre 1674 hingebungsvoll aus. Mit beeindruckender Souveränität durchschritt Schwabe das Hindemith'sche Universum aus bärbeißigem Auftrumpfen, lyrischer Hingabe und zauberischem Spuk (in der Sonate op. 25 Nr. 3), feurig und temperamentvoll gelang auch die Suite von Caspar Cassadó."  

Und Peter Lorber merkte am 8. September 2011 in der "Kölnischen Rundschau" an: "In Siegburg erlebte man ein denkwürdiges Konzert, das sicher zahlreichen Besuchern in Erinnerung bleiben wird. (...) Gleich mehrere Male bat das Publikum mit seinem Applaus den Künstler bereits zur Pause zurück auf die Bühne. (...) Die Besucher möchten den Berliner bald wieder in Siegburg sehen; das war nach dem Konzert aus vielen Kommentaren herauszuhören. Das würdigte Schwabes grandiose musikalische Fertigkeiten und auch die Tatsache, dass ein so junger Künstler insgesamt 22 anspruchsvolle Sätze mit einem immer sympathischen Selbstverständnis bewältigt - und zwar auswendig."       


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