Evgenia Rubinova

Evgenia Rubinova für Yundi Li in Dortmund und für Gabriela Montero in Bonn

Diesen Abend werden die, die dabei waren, so schnell nicht vergessen: Äußerst kurzfristig sprang Evgenia Rubinova am Samstag, den 25.11.06, für Yundi Li im Konzerthaus Dortmund ein! Auf dem Programm: Werke von Chopin, Brahms und Rachmaninow. Das Publikum im vollbesetzten Konzerthaus feierte die Künstlerin mit stehenden Ovationen, und in der „Westfälischen Rundschau“ schrieb Sonja Müller-Eisold am 27.11.06: „Die Pianistin Evgenia Rubinova macht es sich nicht leicht. Sie trumpft nicht mit Virtuosität auf, sie sucht sich keine spektakulären Werke, um das Publikum zu blenden. Sie betört es mit lyrischer Innigkeit, nimmt es mit in dunkle, poetische Welten. Die aus Taschkent stammende Tastenkünstlerin sprang in der Konzerthaus-Reihe "Klavier-Virtuosen" für Yundi Li ein, der kurzfristig abgesagt hatte. Im ersten Teil setzte sie sich mit den 7 Fantasien op. 116 von Johannes Brahms auseinander. Es sind melancholisch-schwermütige Werke aus der vergrübelten Spätphase des Komponisten, anspruchsvolle Charakterstücke, von dunklen Farben beherrscht. Rubinova nimmt sich Zeit für ihre versonnenen, meditativen Stimmungen, ihrem tief romantischen Idiom nachspürend. Ergreifend umriss sie das pastorale, von kontemplativer Entrückung getragene E-Dur-Intermezzo und das herbe, stockende Intermezzo Andante con grazia ed intimissimo sentimento, das wehmutsvollste Stück dieser Reihe zwischen energischem Aufbegehren (etwa im trotzigen Capriccio Presto energico) und sanfter Zartheit (in den Intermezzi). Ebenso sensibel gestaltete sie später die "Six moments musicaux" op. 16 von Serge W. Rachmaninow. Auch sie sind poetische Stimmungs-Momentaufnahmen, zugleich dem Hochvirtuosen und Expressiven verpflichtet - Rachmaninow schrieb sie schließlich für die eigenen Auftritte als brillanter Pianist. Rubinova hauchte ihnen Seele ein, spielte sie, als ob Rachmaninow mit Brahms verwandt wäre, steigerte sich von tiefer Versenkung zu eindrucksvollen Tastengewittern. Vor die beiden Zyklen stellte sie die Fantasie f-Moll op. 49 und das Nocturne Des-Dur op. 27,2 von Chopin und spielte zudem als Zugabe zwei seiner Preludes.“ Bilder vom Konzert finden Sie unter www.mark-wohlrab.de/rubinova/.

Bereits am Montag, den 20.11.06, hatte Evgenia Rubinova (ebenfalls äußerst kurzfristig) Gabriela Montero bei einem Klavierabend im „Arithmeum“ in Bonn ersetzt. Das Publikum war auch hier begeistert. Im Generalanzeiger schrieb Sarah Brasack am 23.11.06 u.a.: „Die Fantasie op. 49 von Frédéric Chopin sowie die Sieben Fantasien op. 116 von Johannes Brahms bestimmten die erste Konzerthälfte im Arithmeum: Zwei klangschöne und charaktervolle Interpretationen, bei denen sich Evgenia Rubinova in den flotten Passagen als eine technisch überaus brillante Pianistin erwies. (...) Stringent wusste die Pianistin dann die kontrastreichen Tempi und Charaktere der Six Moments Musicaux op. 16 von Rachmaninow umzusetzen: Ihre souveränen dynamischen Steigerungen, ihr melancholisches Spiel, transparent und frei von Pathos sowie ein leidenschaftlich wütendes Finale (Maestoso) machten den tosenden und nicht enden wollenden Beifall verdient.“ Die Aufzeichnung des Konzertes wird am 31.12.06, 21.30 Uhr, von DW-Radio/Englisch im Rahmen der Reihe „A World of Music“ weltweit gesendet!


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