
"Ein Himmelsstürmer (...) am Anfang einer bedeutenden Laufbahn": Gabriel Schwabe gastierte in Ludwigshafen
Am 11. Dezember 2011 gastierte Gabriel Schwabe im "BASF-Gesellschaftshaus" in Ludwigshafen. Auf dem Programm seines ausverkauften Recitals mit Evgenia Rubinova standen Werke von Beethoven, Britten, Bloch und Prokofiew. Am 15. Dezember 2011 schrieb Gabor Halasz dazu in der "Rheinpfalz" unter der Überschrift "Ein Himmelsstürmer": "Unter den vielen herausragenden Nachwuchsmusikern gehört der Cellist Gabriel Schwabe zu den interessantesten. Der in Berlin geborene Sohn deutsch-spanischer Eltern steht offenkundig am Anfang einer bedeutenden Laufbahn. Bei der Ludwigshafener BASF-Matinee befand er sich in bester Gesellschaft: Seine russische Partnerin Evgenia Rubinova ist eine exzellente Kammermusikerin.
Zunächst: Etwaige Zweifel daran, dass Streichinstrumente zu Recht als Melodieinstrumente bezeichnet werden, hat dieses Konzert gründlich ausgeräumt. In Schwabes Händen formte das Cello beglückend expressive, weit ausholende emphatische Melodiebögen. Dass es der junge Künstler, Preisträger mehrerer angesehener internationaler Wettbewerbe, wunderbar versteht, das Instrument zum Singen zu bringen, stand gleich zu Beginn der Matinee bei Beethovens zweiter Sonate für Cello und Klavier (g-Moll, op. 5, Nr. 2) eindeutig fest. Die Kantilenen der langsamen Einleitung des ersten Saztes entfalteten ihren vollen Klangzauber.
Ähnlich erfüllte Momente von träumerisch beseelter Aura in "From Jewish Life" (Aus jüdischem Leben), drei Skizzen von Ernest Bloch, und in den beiden ersten Sätzen von Prokofjews Cello-Klaviersonate bestätigten die ersten Impressionen. Kurz: eine Tonqualität, wie die von Schwabe produzierte, eine ebenmäßige, bis in das Spitzenregister so perfekt ausgeglichene sangliche Linie hat unbestreitbaren Seltenheitswert.
Virtuosität bedeutet heutzutage bei der jungen Generation eine Selbstverständlichkeit, und Schwabe bildet da keine Ausnahme. Ganz besonders in Brittens erster Cello-Suite (op. 72) bewältigte er sämtliche raffinierten Kunststücke, alle heiklen Doppelgriffe, halsbrecherisch schnellen Läufe, kniffligen Zupftöne mit der linken Hand und bogentechnischen Zaubereien mit spielender Leichtigkeit.
Wichtiger noch: Schwabe gestaltete durchweg intensiv, hingebungsvoll, mit feurigem Impetus und stilistisch stets einwandfrei. Es ging sehr lebendig und farbig zu in diesem Konzert, wobei die musikalischen Gestalten durchweg prägnantes Profil erhielten. Was zu einem wesentlichen Teil auch Evgenia Rubinovas Verdienst war. Die Pianistin formte bewusst und gezielt, war, wo es darauf ankam, taktvoll zurückhaltende Begleiterin, um dann eigenständige Initiativen zu ergreifen. Sie beeindruckte durch verfeinerte Anschlagskünste und die beredte Vielfalt ihrer Klangfarbenpalette. Schließlich: Dass auch sie, wenn verlangt wird, über Virtuosität souverän gebietet, demonstrierte Evgenia Rubinova durch die bravouröse Wiedergabe von Skrjabins Fantasie für Klavier solo (op. 28), bei majestätisch donnernden Akkordkaskaden."
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