Alban Gerhardt und Steven Osborne am 28.1.07 in Bruchsal

"Aufregender können Cello und Klavier nicht zusammenklingen."

Seit Jahren verbindet Alban Gerhardt eine enge Zusammenarbeit mit dem schottischen Weltklasse-Pianisten Steven Osborne. Nun waren die beiden auch wieder in Deutschland zu hören: Am 21. Januar spielten sie in Wiesbaden im "Saal der Casino-Gesellschaft" (hr-Mitschnitt), am 25.  Januar gastierten sie im Bonner "Bahnhof Rolandseck" und am 28.  Januar musizierten sie in Bruchsal im Rahmen der prominenten "Bruchsaler Schlosskonzerte" (SWR-Mitschnitt). Auf dem Programm: Werke von Beethoven, Brahms, Schumann, Chopin und Martinu.

Zum Konzert in "Bahnhof Rolandseck" schrieb Gunild Lohmann am 27.1. im Bonner "Generalanzeiger" unter der Überschrift "Duo zwischen Cello und Klavier": "Alban Gerhardt und Steven Osborne sind seit Jahren ein eingespieltes Team. Das merken die Zuhörer im Bahnhof Rolandseck nicht erst, als die beiden ihren Schlussapplaus Arm in Arm entgegennehmen. Lange vorher wird klar, dass der famose Berliner Cellovirtuose und der englische Pianist wie aus einem Guss spielen, so genau aufeinander hören, dass der vielschichtige Dialog zwischen Cello und Klavier nie ins Stocken gerät - ganz gleich, ob die Instrumente gepflegte Konversation betreiben, miteinander flirten oder sich anbrüllen. Ein über weite Strecken lyrisches Gespräch ist Beethovens Duosonate Nr. 3 A-Dur op. 69: Zum ersten Mal in dieser Gattung erklärt das Cello, von Beethovens Zeitgenossen noch als "kleiner Bass" verniedlicht, seine Unabhängigkeit, wechselt blitzschnell vom begleitenden Pizzicato zu ausdrucksvollem Bogenspiel. Reiner Gesang ist der Kopfsatz der E-Moll-Sonate für Violoncello und Klavier von Johannes Brahms; Alban Gerhardt spielt hier seinen ungeheuer satten, voluminösen Ton voll aus - besonders in den tiefen Lagen entlockt er seinem Gofriller-Cello einen Bass-Sound, der den tiefen Vibrationen der hin und wieder durchfahrenden Züge mühelos die Stirn bietet. Wehmütige Reminiszenzen an vergangene Zeiten beschwören Gerhardt und Osborne im Allegretto quasi Menuetto, bevor sie im Fugato des Finales barocken Furor entfachen: Besonders der Pianist setzt hier so kräftige Akzente, dass man fast Angst bekommt, sein Partner könnte die ihm derart schwungvoll zugeworfenen Bälle nicht auffangen - aber er kann. Reizvolle Stimmungsbilder malen die Musiker in den "Fantasiestücken" op. 73 von Robert Schumann, dann folgt mit Frédéric Chopins G-Moll-Sonate das Abschlussfeuerwerk eines hochkarätigen Konzertabends. Im letzten Werk, das der todkranke Komponist zu Lebzeiten publizierte, demonstrieren Alban Gerhardt und Steven Osborne noch einmal untrüglichen musikalischen Instinkt, große Gefühle und klaren Verstand. Schlicht ergreifend ist die Melancholie des innigen Largo-Duetts, ausgelassen brillant das Allegro-Finale. Aufregender können Cello und Klavier nicht zusammenklingen."

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Zusätzliche Informationen unter www.hr-online.de/website/rubriken/kulturwww.die-kammermusik.de, www.arpmuseum.org und www.bruchsaler-schlosskonzerte.de
     


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