
„Mit geistreichem Esprit und viel Charme“: Arabella Steinbacher gastierte bei den Schwetzinger Festspielen
Mit dem Pianisten Robert Kulek, der regelmäßig mit Künstlern wie Daniel Müller-Schott oder Nicolaj Znaider musiziert, verbindet Arabella Steinbacher eine inzwischen rege Zusammenarbeit. Erst kürzlich haben die beiden ihre erste gemeinsame CD beim Bayerischen Rundfunk produziert, die noch in diesem Jahr bei "Orfeo International" erscheinen wird. Bei den "Schwetzinger Festspiele" spielten sie am 3. Juni 2007 im Rahmen der Matineen-Reihe "Vier plus zwei" im "Jagdsaal" des Schlosses Sonaten von Grieg, Fauré, Ravel und Brahms. Unter der Überschrift „Mit geistreichem Esprit und viel Charme“ war am 9. Juni 2007 in der „Schwetzinger Zeitung“ zu lesen: „Sie wirkt sanfter als sie spielt. Obwohl Arabella Steinbacher gelegentlich ihrer Stradivari traumhaft zarte Töne entlockt. Aber anmutig wie ihre Haltung, die den Zuhörern des Konzerts bei den Schwetzinger Schlossfestspielen vermutlich noch länger in Erinnerung bleiben wird, ist sie in ihrer Kunst nur dort, wo es die Komponisten auch wirklich wollen. So reagiert sie auf den ungestümen Beginn der dritten Violinsonate von Edvard Grieg ausgesprochen ruppig, treibt das Hauptmotiv dramatisch weit in den Raum. Um dann später, wenn der weitere Verlauf nicht hält, was der stürmische Auftakt versprach, Griegs spätes Werk behutsam nach innen zu wenden, ein scheuer, aber beherzter Vorstoß in die Verhaltenheit, als gelte es, unvertrautes emotionales Terrain zu erkunden. Gabriel Faurés A-Dur-Sonate ist trotz formaler Neuerungen und überraschender Klangeffekte nicht unbedingt ein substantieller Tiefgänger. Aber sie gewährte beiden Künstlern genügend Spielraum, um mit drängender Klarheit und geistreichem Esprit den Charme und die Virtuosität dieser Töne zum Sprechen zu bringen. Die d-Moll-Sonate von Brahms haben Arabella Steinbacher und Robert Kulek (Klavier) kurzfristig von der zweiten auf die letzte Position des Programms verlegt. Wohin sie auch gehört mit ihrem mächtig auffahrenden, sinfonische Dimensionen beschwörenden Finale. Atemberaubend, was die 26-jährige Geigerin hier gestalterisch bewegt, mit welch selbstverständlicher Noblesse sie mühelos schwierigste Passagen bewältigt, das Werk leuchten und atmen lässt. Wenn wir Zuhörer es zuvor nicht schon mehrfach gehört hätten, wüssten wir jetzt endgültig, dass Robert Kulek entschieden mehr ist als ein "versierter Begleiter". Er kennt die fahlen Ungeheuerlichkeiten bei Brahms ebenso wie dessen klangliche Expressivität, die in dichter werdenden Entwicklungen robust fortzureißen scheint, was die Noten eben noch als verhalten und intim ausgewiesen hatten. Wie Kulek im Mittelsatz von Maurice Ravels störrischer G-Dur-Sonate ("Blues") seiner geigenden Partnerin die vertrackten rhythmischen Motive federnd zuspielt, um von ihr nicht minder pointierte Antworten zu erhalten, gehörte zum Besten, was die beiden an begeisternder Übereinstimmung zu bieten vermochten.“
SWR 2 sendet die Aufzeichnung des Konzerts am 11. Juni 2007 ab 20.03 Uhr!
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