Jean-Philippe Collard spielt Ravel in Berlin

"...großartige Darstellungskunst": Jean-Philippe Collard gastierte in Berlin

Jean-Philippe Collard hat beide Klavierkonzerte Ravels mit dem Orchestre National de France unter Lorin Maazel für die EMI eingespielt. Im Konzerthaus Berlin führte er nun am 15. und 16. Juni 2007 das Konzert für die linke Hand mit dem Konzerthausorchester Berlin unter Jean-Claude Casadesus auf. Das  Konzert wurde am 17. Juni 2007 im Rahmen des "Choriner Musiksommers" in der Klosterkirche von Chorin wiederholt. Am 18. Juni 2007 schrieb Klaus Geitel dazu in der "Berliner Morgenpost": "Casadesus hatte sich als Solisten den ausgezeichneten Jean-Philippe Collard mitgebracht. Er spielte Ravels Klavierkonzert für die linke Hand mit dem erforderlichen Anfangsfuror, den Ravel für nötig gehalten hatte, von vornherein den Eindruck der Leichtgewichtigkeit zu vermeiden, den ein einhändiges Konzert hätte hervorrufen können. Paul Wittgenstein, der Auftraggeber des Konzerts, Bruder des Philosophen, hatte im ersten Weltkrieg den rechten Arm verloren, wollte aber von seiner jungen Pianistenkarriere nicht lassen. Welch ein Glücksfall, dieses einsätzig, rhapsodische Konzert, bei allem Unglück! Manchmal erwischt man sich bei dem Gedanken, dass die Musikwelt für diese kriegsbedingte Amputation dem bitteren Schicksal geradezu zu danken habe. Collard, die rechte Hand nur nutzend, um sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen, spielte linkshändig mit einsichtsvoller Verve und ausgekochter, großartiger Darstellungslust." Eine direkte Wiedereinladung des Konzerthausorchesters ist übrigens schon ausgesprochen: Am 3., 4. und 5. Oktober 2008 führt Jean-Philippe Collard im Konzerthaus Messiaens "Oiseaux exotiques" auf!


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