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"Traumhaft": Alban Gerhardt spielte Recitals mit Cecile Licad

Alban Gerhardt und Cecile Licad verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit. Nun gehen sie gerade erneut gemeinsam auf Tournee: Am 4. Juli 2007 spielten sie in München im Rahmen der "Nymphenburger Schlosskonzerte", am 6. Juli in Krefeld (Rittersaal der Burg Linn); am 8. Juli gastierten sie bei den "Ludwigsburger Schlossfestspielen", am 11. Juli traten sie beim Rheingau-Musikfestival und am 13. Juli in Poggi del Sasso, unweit von Siena, auf. Auf dem Programm standen Janáceks "Märchen", Beethovens A-Dur-Sonate (op. 69), sowie die Sonaten von Rachmaninow und Chopin. Am Vormittag des 8. Juli spielte Alban Gerhardt darüber hinaus ein Solo-Recital im "Seeschlösschen Monrepos", ebenfalls im Rahmen der "Ludwigsburger Schlossfestspiele". Auf dem Programm dort: Werke von Bach, Reger und Kodály. 

Zum Münchner Konzert schrieb Klaus Kalchschmid am 6. Juli 2007 in der "Süddeutschen Zeitung" unter der Überschrift "Traumhaft sicher": "Alban Gerhardt (...) ist ein ernsthafter und hoch sensibler junger Cellist. Zusammen mit der Pianistin Cecile Licad bewies er im Hubertssaal von Schloss Nymphenburg, dass man Beethovens A-Dur-Sonate op. 69 mit ebenso großem Feingefühl wie mit großer, dramatischer Geste und dabei einem immer ausgeprägten, reifen Sinn für die formalen Strukturen der Musik spielen kann. Bestechend klar artikulierte die Pianistin, während der Cellist einen sehnig-gespannten, aber nie spröden Klang pflegte. Die beiden harmonierten im Zusammanspiel traumhaft sicher, erlaubten sich in der Durchführung des Kopfsatzes ein wildes Furioso, um gleich wieder in ebenso expressives wie "singendes" Cantabile zu gleiten. Manchmal ereignete sich die Musik wie absichtslos, um gleich darauf schier zu explodieren. Trotz eines schnellen, vibrierenden Tempos wirkte das Finale nicht gehetzt und krönte eine exemplarische Interpretation."

Unter der Überschrift „Höhenflug der Gefühle“ merkte Holger Elfes am 8. Juli 2007 in der „Westdeutschen Zeitung“ zum Konzert in Krefeld an: „Einen Saisonauftakt nach Maß durften die Besucher im Rittersaal der Burg Linn bei der ersten Serenade in der neuen Spielzeit erleben. Vor ausverkauftem Haus gaben Cellist Alban Gerhardt und Pianistin Cecile Licad ein abwechslungsreiches und temperamentvolles Konzert. „Eigentlich sollte man diese Musik nur in intimen Sälen wie diesem spielen, dafür wurde sie schließlich auch geschrieben“, begrüßte Gerhardt das Publikum. Nach frühen Wettbewerbserfolgen gab der Cellist vor 15 Jahren sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern, wo er auch in dieser Saison wieder spielen wird. Begleitet wurde der erfolgreiche Solist von der philippinischen Pianistin Licad. Wobei man an diesem Abend von mehr als Begleitung sprechen sollte. Licad war eine ebenbürtige und einfühlsame Partnerin. Mit ihrer impulsiven, unkonventionellen Interpretation zeigte sie immer Mut zum Risiko und sorgte für einen energiegeladenen Kammermusikabend. Den Auftakt machte das „Märchen“ von Leos Janacek, einem in Deutschland eher selten gespielten tschechischen Komponisten. Farbenreich, ausdrucksstark und eigenständig ist seine Musiksprache an der Schwelle zur Moderne. In reizvollen Miniaturen entwickelte sich ein herrlicher Dialog zwischen den Rhythmen des Cello-Parts und den cantablen Ausschweifungen des Klaviers. Das Duo präsentierte das Stück mit kammermusikalischer Raffinesse und spielerischer Leichtigkeit. Die heute vielleicht meistgespielte Cello-Sonate überhaupt, Beethovens Sonate A-Dur op. 69 war der zweite Programmpunkt des Abends. Leidenschaftlich spielten die beiden Musiker das Werk, das ganz ohne einen langsamen Satz auskommt. Dieser vielgeliebte „Hit“ gelang ausgezeichnet. So lebendig, gegenwärtig kann Kammermusik klingen. Nach Robert Schumanns Adagio und Allegro op. 70 für Horn und Klavier, in einer umgeschriebenen Version für das Cello, erklang das Hauptwerk des Abends, Sergej Rachmaninows Cellosonate G-Moll op. 19. Expressive Gesanglichkeit, rhythmische Energie und eine dynamische Entwicklung charakterisierten die Interpretation. Neben diesem Höhenflug der Gefühle dominiert in der Stimmung des Werkes unüberhörbar die ewige große Liebe zur Heimat, etwa als im Finale eine russische Volksweise aufleuchtet. Drei Zugaben.“


Weitere Rezensionen zur Tournee folgen schnellst möglich.

      


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